« zurück zur Übersicht

5 Jahre Much Leichtbauhallen – Geschäftsführer Manuel Much erinnert sich

 20191106 teambild 5jahre muchleichtbauhallen

 

Herr Much, Sie sind Gründer und Geschäftsführer von Much Leichtbauhallen. Wie kam es dazu, Much Leichtbauhallen als eigenständige Firma ins Leben zu rufen?

Das Kerngeschäft von Much Festservice, unserem Mutterunternehmen, war und ist der Zeltbau und neben Festzelten waren auch Lagerzelte schon von Beginn an Bestandteil der Produktpalette. Sie wurden in der Regel gebraucht gekauft, instandgesetzt und anschließend weiterverkauft oder vermietet. Dabei ist der Übergang vom Lagerzelt zur Leichtbauhalle fließend und der entscheidende bauliche Unterschied liegt in der ungleichartigen Beschaffenheit der Wände. Sobald das Lagerzelt mit festen Wänden, also mit Trapezblech oder gedämmten Sandwich-Paneelen ausgestattet wird, sprechen wir nicht mehr von einem Lagerzelt, sondern von einer Leichtbauhalle. Zunächst war dieser Bereich allerdings ein vertrieblicher Nebenschauplatz und hatte nur einen kleinen, aber lukrativen Anteil am Gesamtumsatz.   

 

Aber das änderte sich dann?

Ja. Wissen Sie, Much Leichtbauhallen war eigentlich nie ein von langer Hand geplantes unternehmerisches Projekt, sondern vielmehr ein Reagieren auf eine veränderte Marktlage und sich ergebende Möglichkeiten. Manche Dinge kann man auch nicht wirklich planen – man muss vielmehr im Auge behalten, wie sie sich entwickeln, flexibel auf Veränderungen reagieren und schauen, wohin der eingeschlagene Weg letztendlich führen wird.

 

Und dieser Weg führte schließlich zu Much Leichtbauhallen? Was hatte den Ausschlag gegeben?

Eine ebensolche Möglichkeit. Wir waren zur rechten Zeit am rechten Ort und es bot sich uns die Chance, den Deutschlandvertrieb für einen polnischen Leichtbauhallenhersteller zu übernehmen. Die Annahme eines so großen Projektes musste natürlich wohl überlegt sein – aber unsere Entscheidung dafür erwies sich dann als goldrichtig und entpuppte sich als Türöffner zu einer Branche, mit der wir bis dahin nur vereinzelt Berührungspunkte hatten. Weitere Anfragen und größere Projekte ließen nicht lange auf sich warten und schnell konnten wir auch eine deutliche Umsatzsteigerung verbuchen.

 

Und dann kam die Idee, Much Leichtbauhallen als eigenständiges Unternehmen zu etablieren?

Richtig. Durch die anhaltend gute Auftragslage einerseits und den, im Gegensatz zu Much Festservice, stärkeren Fokus auf Lagerlösungen andererseits bot es sich an, sich vom Festservice abzugrenzen und als eigenständige Marke zu positionieren. Und die Zeichen standen gut. Mit einem bereits bestehenden Kundenstamm und vielen guten Verbindungen zu den wichtigsten Herstellern wurde im Mai 2014 die Much Leichtbauhallen GmbH & Co. KG ins Leben gerufen.

 

Eine Tochterunternehmung des weit über die hessischen Grenzen hinaus bekannten Much Festservice zu sein, war bestimmt von Vorteil. Aber, Hand aufs Herz, gab es dennoch Rückschläge oder hat man Lehrgeld bezahlen müssen?

Also wirkliche Rückschläge gab es tatsächlich keine. Aber, ja, Lehrgeld haben wir bezahlen müssen.

 

Etwas konkreter?!

Wir standen kaum auf eigenen Beinen, da hatte ein Kunde die für die Errichtung einer dauerhaften Leichtbauhalle nötige Baustellenplanung ohne Rücksprache mit uns selbst in die Hand genommen. Allerdings stellen gerade solche Hallen besondere konstruktions- und genehmigungstechnische Anforderungen und müssen sorgfältig geplant werden. Vor Ort haben wir dann Bedingungen vorgefunden, die alles andere als günstig waren. Aber wir haben unsere Lehren daraus gezogen. Zu Beginn eines jeden Projektes steht bei uns eine profunde und vor allem lückenlose Absprache mit dem Bauherrn. Außerdem bieten wir die Leichtbauhalle auch als Komplettpaket: Planung und Genehmigung, Erd- und sonstige Vorarbeiten, Montage – kurz: schlüsselfertig alles aus einer Hand.

 

Das war nun ein Beispiel aus der Rubrik „geht auch besser“. Aber es gab doch bestimmt auch erfreuliche Meilensteine in der noch jungen Firmengeschichte?

Aber ja! Zum Beispiel konnten wir schon früh einen Baustoffhändler von unserer Arbeit überzeugen, der dann deutschlandweit gleich mehrere seiner Werke mit einem Hallensystem von Much Leichtbauhallen hat ausstatten lassen. Und dann natürlich unser Projekt in Schwalbach am Taunus: Dort haben wir eine Großraumkantine für die Unternehmenszentrale eines bekannten US-amerikanischen Konzerns errichtet. Das war wirklich klasse! Sehr anspruchsvolle Rahmenbedingungen und, da es sich um einen amerikanischen Konzern handelt, extrem hohe Ansprüche an die Arbeitssicherheit – aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und kürzlich erst haben wir für den aus der TV-Werbung bekannten Möbel-Discounter Poco eine knapp 1400 Quadratmeter große Leichtbauhalle für die Warenausgabe in der Niederlassung in Görgeshausen geplant und mit Unterstützung durch das erfahrene Montageteam des Festservice in Rekordzeit errichtet. Also, ja, an positiven Highlights fehlt es nicht. 

 

Einmal ist immer das erste Mal – bestimmt erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Projekt bei Much Leichtbauhallen?!

Unvergesslich, ja. Denn gleich bei unserem ersten offiziellen Einsatz mussten wir schon nach Frankreich. In der Bourgogne, unweit von Lyon, haben wir für den renommierten Reitsportlehrer Livio de Michiel eine 30 x 50 Meter große Reithalle mit Planendach errichtet.

 

Auf die ersten fünf Jahre folgen hoffentlich die nächsten fünf – Wie sieht der Blick in die Zukunft aus? Steht eine Revolution des Leichtbauhallengeschäfts an?

Revolution wäre wohl übertrieben – aber ich denke, dass unsere Interimslösungen immer mehr Anklang finden werden. Bei Leichtbauhallen denkt man oft an Provisorien – und das ist eigentlich auch nicht falsch. Aber unser Anspruch ist es, Leichtbauhallen anzubieten, die ebenso als Dauerlösung genutzt werden können und Massivbauten in nahezu nichts nachstehen. Um das zu erreichen, arbeiten wir eng mit anderen Dienstleistern wie etwa Innenarchitekten, Küchenplanern und Sanitärinstallateuren zusammen. Mit dieser Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen können wir unseren Kunden schlüsselfertige Komplettlösungen bieten, die wir auch nach der Montage noch betreuen. Unseren ersten durchaus beachtenswerten Fußabdruck hierfür konnten wir auch schon setzen: die Großraumkantine für den US-amerikanischen Global Player in Schwalbach am Taunus.

 

Ein paar Worte zu Ihren Mitarbeitern? Wie sieht die Teamarbeit bei Much Leichtbauhallen aus?

Da wir nur ein kleines Team sind, ist bei uns jeder Mitarbeiter in jedes Projekt miteingebunden. Um die notwendige Transparenz zu schaffen, arbeiten wir deshalb mit einem sogenannten Shopfloor Management Board. Das hört sich kompliziert an, ist aber simpel und äußerst effektiv. Es ist eine große Tafel, auf der jeder Mitarbeiter alle aktuellen Informationen zum Unternehmen und zu laufenden Projekten einsehen kann. Diese nahezu lückenlose Einbeziehung aller Mitarbeiter ist nicht nur von großem Vorteil für die Arbeitsprozesse, sondern auch eine starke Motivation. Denn nur wer das Gesamtbild vor Augen hat, weiß auch, wofür er arbeitet.

 

Und ein paar Worte an Ihre Mitarbeiter?

Das ist leicht: Vielen Dank! Ohne Euch würde der Laden nicht laufen.  

 

Eines noch: Jeder mag Fun Facts.
Fangen wir doch mit ein paar großen Zahlen an. Wieviel m² Leichtbauhallen gehen bis heute auf das Konto von Much?

Sehr gut! Die Frage habe ich erwartet. Insgesamt kommen wir auf 113.686,4 m² – das sind etwa 16 Fußballfelder.

 

Der am weitesten entfernte Einsatzort war...

... im Niger in Afrika. Gemeinsam mit Much Festservice haben wir dort im Rahmen eines Bundeswehrprojektes drei stabile Funktionszelte mit Sandwichpaneelen errichtet. Eines für die geschützte Unterbringung einer Wasseraufbereitungsanlage, eines, das als Sporthalle genutzt wird und eines für die Betreuungseinheit.

 

Die größte bisher errichtete Halle...

... steht im Raum Koblenz. Als Witterungsschutz für veredelte Beton- und Pflastersteine haben wir hier eine 40 x 70 Meter große zweischiffige Halle errichtet.

 

Die bautechnisch anspruchsvollste Halle?

Zum einen die Großraumkantine in Schwalbach am Taunus. Hier galt es nicht nur, ein vollwertiges Gebäude mit Küche und Sanitäranlagen in Leichtbauhallenweise zu planen, sondern auch einen Höhenunterschied von mehr als 1,5 Meter auszugleichen. Zum anderen eine Lagerhalle für die Firma Knebel Metalltechnik in Frankfurt. Es handelte sich hierbei um eine Interimslösung nach einem Brandschaden. Die Herausforderung war die noch intakte Bodenplatte mit Fußbodenheizung, die das Bohren von Löchern und somit eine Bodenverankerung unmöglich machte. Gelöst haben wir das Problem mit einer Ballastierung der Halle mit Betongewichten. Die speziell angefertigten Formsteine mit bis zu 1,6 Tonnen Gewicht wurden nach Vorgabe des verantwortlichen Statikers rund um die Halle verteilt. Insgesamt wurden so rund 140 Tonnen Beton transportiert und vor Ort mit Staplern gehandelt.

 

Ein Wort zum Abschluss?

Unser Motto lautet „Much Macht’s Möglich!“ – daran wollen wir uns messen lassen und freuen uns schon auf die nächsten Herausforderungen und spannenden Projekte.